TuS 1860 Pfarrkirchen

Abteilung Karate

Abteilungsleiter: Sepp Neuberger  

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4. DAN für Oliver Ruf

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH

 

Lehrgang mit Justo Gomez - 8.-10. Oktober 2010

Endlich war es wieder soweit. Der mehrfache Kumite- Weltmeister Justo Gomez aus Argentinien besuchte uns um vom 8.-10. Oktober 2010 eines seiner legendären Seminare abzuhalten. Begleitet wurde der Gomez wieder von seiner Schülerin Agustina Scartascini, welche sich gerade auf die Weltmeisterschaft (ITKF) Anfang November in Brasilien vorbereitete.

 

Ist das wirklich deine ganze Kraft und Energie?“ Diese Frage bekamen die Teilnehmer an diesem Wochenende des Öfteren von Gomez zu hören. Gemeint war allerdings nicht die Muskelkraft oder die Anspannung des Körpers, sondern die innere Kraft oder die Lebensenergie, im japanischen Ki genannt. Eine Karate-Technik mag noch so stark erscheinen, führte Gomez aus, aber ohne Ki führt sie nicht zur Zerstörung des Gegners. Nur durch eine richtige Atemtechnik kann die innere Energie zielgerichtet eingesetzt werden. Die Konzentration auf das Körperzentrum, in dem die tiefe Bauchatmung stattfinden soll, ist entscheidend um sein Ki zu entwickeln. Ein starkes Ki ist nicht nur für die Karatetechnik entscheidend, sondern kann einen Kampf von vornherein vermeidbar machen, wenn der Gegner die innere Kraft und Entschlossenheit erfasst. Gomez betonte immer wieder, dass das Ki nicht nur für das Karate von besonderem Wert ist, sondern dass am besten jede Tätigkeit von Ki begleitet werden sollte. Menschen mit starkem Ki kann jeder erkennen, sagt Gomez. Sie sind erfolgreich, man ist gerne in ihrer Gesellschaft und man fühlt sich gleich besser, wenn man mit ihnen zu tun hatte.

 

Mit markerschütterndem Kiai (Kampfschrei) demonstrierte Gomez anschaulich, was er unter richtiger Kraft und Energie versteht. Und die Lehrgangsteilnehmer konnten fühlen, dass hier ein Karateka am Werk ist, der tatsächlich 100% seiner Energie in die Technik steckt.

 

Die Koordination der körperlichen Kraft mit der geistigen Energie und der gemeinsame Einsatz zum genau richtigen Zeitpunkt an genau der gewünschten Stelle, wurden in zahlreichen Übungen trainiert. Die psychische Anspannung war bei allen Anwesenden spürbar und die lauten und energiegeladenen Kampfschreie, die durch die Dreifachturnhalle schallten, bewiesen den Willen der Teilnehmer, es ihrem Lehrer nachzumachen.

 

Braun- und Schwarzgurtträger durften am Samstagabend noch ein spezielles zweistündiges Training der Kata Sochin absolvieren, bei dem vor allem die unterschiedlichsten Anwendungen gezeigt und geübt wurden. Auch die erfahrensten Teilnehmer waren überrascht, welches Repertoire an Verteidigungsmöglichkeiten gegen Stockangriffe, Schläge oder Griffe sich aus dieser Kata ableiten lassen.

 

Am Sonntagmorgen ging es dann abschließend noch mal richtig zur Sache. Bodenkampf stand auf dem Programm und Gomez betonte, wie wichtig es ist, weiterkämpfen zu können, wenn man, aus welchen Gründen auch immer, zu Boden geht. Folgerichtig begannen die Übungen erst mit einer kurzen Einweisung in die richtige Fallschule, denn wenn man sich beim Fallen bereits am Kopf oder Ellbogen verletzt, so braucht der Gegner gar nicht mehr zuzuschlagen, da man bereits durch den Fall kampfunfähig ist, so Gomez. Mit riesiger Begeisterung tobten sich die Teilnehmer auf den Matten aus und übten sich in der Verteidigung mit Fußtritten und lernten auch den richtigen Körpereinsatz im Liegen sowie Hebeltechniken, aus denen es kein Entrinnen mehr gibt. Augustina Scartascini demonstrierte eindrucksvoll, dass mit richtiger Technik auch körperlich kleine Personen im Bodenkampf bestehen können.

 

Selten hört man von Lehrgansteilnehmern die Bitte, ob das Training nicht etwas verlängert werden könnte. Am Sonntagmorgen allerdings konnten alle nicht genug kriegen. Doch leider war der Terminplan streng und das Training musste pünktlich enden, denn bereits um 13 Uhr war in der Chiemgau-Karate-Akademie in Rosenheim ein weiteres Training angesetzt.

 

Gomez zeigte sich vom Einsatz und dem Willen der Karatekas begeistert. Für jeden Trainer ist es ein großes Vergnügen, schloss Gomez das Seminar, wenn die Leute so mit voller Hingabe trainieren und die Kampfkunst wirklich ernst nehmen wie hier in Pfarrkirchen. Mit großem Applaus wurden Justo Gomez und Agustina Scartascini verabschiedet und beide versprachen, im nächsten Jahr wieder zu uns zu kommen.